Max Niederlag vom Chemnitzer PSV gewann bei der EM Bronze im Teamsprint und Silber im Sprint. Mit dem 22-Jährigen telefonierte danach Martina Martin.

Freie Presse: Herzlichen Glückwunsch zu den Ergebnissen. Wie fällt Ihr persönliches Resümee aus?

Max Niederlag: Es war für mich eine gelungene EM, an zwei Medaillen hatte ich vorher nicht gedacht. Ich konnte an die U-23-EM (Anm. d. Red.: 2x Gold, 1x Silber) anknüpfen, bin sehr zufrieden mit dem Einstiegswettkampf in diese so wichtige Saison für Olympia in Rio.

Im Sprint unterlagen Sie dem Niederländer Jeffrey Hoogland ganz knapp, im zweiten Lauf lag er um eine Tausendstelsekunde vorn. Hatten Sie zunächst auf ein drittes Duell gehofft?

Nein, denn ich wusste sofort, dass Jeffrey vorn lag. Auch wenn der Abstand so minimal war, als Sprinter spürt man das. Ich habe versucht, taktisch alles auszuschöpfen. Aber Jeffrey, der schon die Qualifikation gewonnen hatte, war einfach schneller. Das erkenne ich neidlos an.

Bei der Bahnradsport-EM in Grenchen erkämpfte Joachim Eilers vom Chemnitzer PSV Silber im Zeitfahren. In der Keirinentscheidung stürzte er.

erschienen am 19.10.2015 Freie Presse

Grenchen/Chemnitz. Als Trainer Ralph Müller gestern Nachmittag zu Hause am Fernseher die entscheidenden Keirinläufe bei der Bahnrad-EM in Grenchen (Schweiz) verfolgte, fuhr ihm der Schreck in die Glieder. Denn im Rennen um die Plätze sieben bis 12 stürzte sein Schützling Joachim Eilers in der vorletzten Runde. Das Schlimme dabei: wieder auf die rechte Schulter. An dieser hatte er sich Ende Juni bei einem Sturz auf der Bahn in Cottbus schwer verletzt. Nach zwei Operationen, langer Zwangspause und mit unbändigem Willen konnte sich der Chemnitzer herankämpfen und in bereits wieder in starker Form die EM bestreiten. "Jetzt müssen wir die Diagnose abwarten. Man konnte ja nur sehen, dass er sich die ganze Seite aufgerissen hatte", hofft der Coach nun sehnlichst, dass die Sache nicht erneut schwerwiegend ist. Inwieweit der 26-Jährige nun das weitere Saisonprogramm bestreiten kann, steht deshalb in den Sternen.

Dabei hatte sich Joachim Eilers beim 1000-m-Zeitfahren am Sonnabend stark in Szene gesetzt und Silber gewonnen. Dabei musste er sich nur dem Niederländer Jeffrey Hoogland, der am Vortag schon das Sprintfinale gegen den Vereinsgefährten Max Niederlag gewann, geschlagen geben. Er spielte dabei sein ganzes Stehvermögen, dass er schon auf Position drei im Teamsprint (Bronze) unter Beweis gestellt hatte, aus. Auf der letzten Runde fuhr er die absolute Bestzeit. "Klar hätte ich auch gern mal gewonnen, aber es war eine echt gute Zeit. Ich denke, das geht in Ordnung, denn ich sitze ja erst zehn Wochen wieder richtig auf dem Rad", hatte er am Abend noch im Telefongespräch mit "Freie Presse" zufrieden berichtet.

Auf dieser Strecke, die leider nicht mehr zum olympischen Programm gehört, konnte Joachim Eilers auch bei Weltmeisterschaften sowie bei der EM 2014 schon zweimal Silber erkämpfen. Seinen Titel vom Vorjahr im Keirin hätte er indes auch ohne das Missgeschick nicht verteidigen können. Nach einem Fahrfehler war für ihn im Halbfinale Endstation. Mit jeweils zwei Medaillen avancierten die beiden Chemnitzer bei der EM zu den erfolgreichsten deutschen Sprintern. (mm)

Der Chemnitzer Joachim Eilers auf dem Weg zur Silbermedaille im 1000-m-Zeitfahren. Nach Bronze im Teamsprint gewann er sein zweites Edelmetall bei dieser EM. Im Keirin-Wettbewerb stürzte er und musste alle Hoffnungen begraben.

Foto: THOMAS HODEL/dpa

CPSV-Sprinter Max Niederlag und Joachim Eilers kehren mit jeweils zwei Medaillen von Bahnrad-Europameisterschaften zurück

Für Joachim Eilers endete die Meisterschaft mit Sturz im Keirin

Am Montagnachmittag (19.10.15) kehren die CPSV-Sprinter Max Niederlag und Joachim Eilers von den Europameisterschaften (12.10.-18.10.15) aus Grenchen (Schweiz) mit jeweils zwei Medaillen nach Deutschland zurück.

Max Niederlag gewann Bronze im Teamsprint (mit Robert Förstemann und Joachim Eilers) und holte im Sprint die Silbermedaille.

Joachim Eilers ging nach dem Teamsprint (Bronze) im 1000-m-Zeitfahren an den Start und erkämpfte Silber, wurde Vizeeuropameister.

In der Keirinentscheidung am Sonntag stürzte er, musste all seine Hoffnungen frühzeitig begraben. Wie schwer die Verletzungen sind, wird sich nach eingehen Untersuchungen zeigen.

Während Max Niederlag schon diese Woche zum nächsten Wettkampf, einem Weltcup in Cali/Kolumbien fliegt, muss Joachim Eilers abwarten, was die ärztlichen Untersuchungen ergeben.

„Die EM war für die Beiden eine wichtige Etappe auf dem Weg zur WM im nächsten Jahr und der Olympiaqualifikation Rio 2016. Ich hoffe, dass sich Jo nicht schwer verletzt hat, nach meinen ersten Informationen ist nichts gebrochen“, sagte Trainer Ralph Müller am Montagvormittag.

Reinhard Walther / Pressesprecher

Medaillengewinn ist Ziel

Unser Fechter Tomas Klein (73) wird vom 19.10. bis 25.10.2015 im französischen Limoges an den Weltmeisterschaften der Senioren teilnehmen.

Tomas geht am 20.10. 15 im Florett und im Degen an den Start. Obwohl die Vorbereitungen auf die WM alles andere als optimal verliefen, reist er mit viel Zuversicht nach Frankreich.

Eine Erkältung hatte verhindert, dass er in letzter Zeit nicht so trainieren konnte, wie er wollte. Kurz vor der Abreise zur WM war er rechtzeitig fit und hofft, dass es ihm gelingt eine Medaille zu holen.

Er reist als amtierender Deutscher Meister und Vizeeuropameister im Florett an. Vor genau zehn Jahren gelang ihm sein bisher größter Erfolg. Er wurde in Tampa/Florida Weltmeister in dieser Disziplin.

Tomas Klein wird in Frankreich in der höchsten Altersklasse, 70 Jahre aufwärts, antreten.

Insgesamt sind 70 deutsche Starter, 34 Frauen und 36 Männer für diese Senioren-WM nominiert.

 

Reinhard Walther

Pressesprecher

Die Chemnitzer Bahnsprinter Joachim Eilers und Max Niederlag gehören zum deutschen Aufgebot für die EM.

Von Martina Martin
erschienen am 07.10.2015

Chemnitz. Nur drei deutsche Sprinter dürfen bei den Olympischen Spielen 2016 starten, sechs Asse bewerben sich um die begehrten Tickets, wiederum drei kommen vom Chemnitzer PSV. Während Stefan Bötticher wegen seiner muskulären Probleme noch immer nicht das volle Trainingspensum absolvieren kann, stehen Max Niederlag und Joachim Eilers in den Startlöchern, um die wichtigsten Wettbewerbe auf dem Weg nach Rio bestmöglich zu bewältigen. In der kommenden Woche startet das Duo bei der EM im schweizerischen Grenchen, Anfang November folgt dann der erste Weltcup in Cali (Kolumbien).

Vor wenigen Tagen sind sie von einem dreiwöchigen Höhentrainingslager mit der Nationalmannschaft aus Colorado zurückgekehrt, derzeit weilen sie bereits wieder beim Vorbereitungslehrgang auf dem Holzoval in Frankfurt (Oder). "Wir sind gerade Teamsprint gefahren, es sah ganz gut aus", berichtete Max Niederlag gestern mit Blick auf die EM zuversichtlich. Beim kontinentalen Championat wird er auf Position zwei gemeinsam mit Robert Förstemann (Gera/1) und dem Cottbuser Maximilian Levy (Erdgasteam Chemnitz/3) diese Disziplin, die am Ende die Grundlage für die Olympianominierung ist, bestreiten. "Man kann sozusagen den Fuß schon mal in die Tür für Olympia stellen", meinte der 22-Jährige, der diese Chance natürlich mit Vehemenz nutzen will. Außerdem startet er im Sprint und im Keirin.

Nachdem er in der vergangenen Saison bei den Top-Ereignissen fehlte, hatte er sich mit zwei Siegen (Keirin, Teamsprint) und einmal Silber (Sprint) bei der U-23-EM im Sommer eindrucksvoll zurückgemeldet. Diese Resultate gaben ihm noch einen zusätzlichen Kick, seitdem ist er im Olympiakader wieder mittendrin. "Ich bin gut drauf, will das Optimale herauszuholen. Aber die Konkurrenz ist dieses Mal enorm stark", blickte der gebürtige Heidenauer voraus, ohne sich wegen einer Platzierung besonders unter Druck zu setzen. Dennoch bleibt im Hinterkopf präsent: Ein Einzeltitel sichert automatisch einen Startplatz bei der WM, nach der das Olympia-Trio endgültig benannt wird.

Joachim Eilers war dies bei der vorjährigen EM mit dem Triumph im Keirin gelungen. Zudem hatte er Gold im Teamsprint und Silber im 1000-m-Zeitfahren gewonnen. Inwieweit er bereits wieder in den Bereich der Spitzenplätze fahren kann, ist schwer einzuschätzen. Denn eine schwere Schulterverletzung, die er bei einem Sturz am 20. Juni auf der Bahn in Cottbus erlitt, zog eine längere Zwangspause nach sich. Er kämpfte sich nach zwei Operationen mit viel Ehrgeiz und unbändigem Willen über spezielle Trainingsprogramme zurück, doch eine gewisse Unsicherheit besteht noch.

"Ich habe in Colorado die hohen Belastungen bewältigen können, erreichte auch bei einigen Tests Bestzeiten. Aber ich merke beispielsweise noch Defizite bei den Antritten", erzählte der 25-Jährige, der zudem bei den Krafteinheiten immer wieder an Schmerzgrenzen gehen muss. Dennoch - nach nur drei Monaten baute er bereits eine so starke Form auf, die einen EM-Start rechtfertigt. "Mal sehen, wie mein Körper das verkraftet. Ich werde alles geben. Aber von mir verlangt niemand utopische Ergebnisse", sagte Joachim Eilers, der im Keirin und im Zeitfahren startet.

Service: Eurosport überträgt die EM-Entscheidungen live.

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